Liebe Schwestern und Brüder,
wenn wir in diesen Wochen auf die Welt schauen, fällt es manchmal schwer, hoffnungsvoll zu bleiben. Kriege, Konflikte und Spannungen prägen viele Regionen unserer Erde. Menschen leiden, verlieren ihre Heimat oder ihr Leben. Gleichzeitig erleben wir, dass Egoismus, Machtstreben und Rücksichtslosigkeit oft lauter erscheinen als Mitgefühl und Solidarität.
Da stellt sich die Frage: Hat der Frieden überhaupt noch eine Chance?
Gerade in eine solche Zeit hinein feiern wir Ostern. Und vielleicht brauchen wir dieses Fest heute mehr denn je. Ostern ist das große Fest der Hoffnung – und damit auch ein Fest des Friedens.
Wenn wir auf das Leben Jesu schauen, sehen wir einen Menschen, der einen anderen Weg gegangen ist. Jesus hat nicht auf Macht oder Gewalt gesetzt, sondern auf Liebe, Barmherzigkeit und Versöhnung. Er hat die Menschen eingeladen, einander als Geschwister zu begegnen und Gott als liebenden Vater zu vertrauen.
Dieser Weg führte ihn schließlich bis ans Kreuz. Für viele schien damit alles verloren. Doch wir wissen: Das Kreuz ist nicht das Ende. An Ostern feiern wir die Auferstehung Jesu. Gott schenkt neues Leben und zeigt uns damit, dass Liebe stärker ist als Hass, Hoffnung stärker als Angst und Leben stärker als der Tod.
Die Auferstehung ist deshalb eine starke Botschaft für uns alle: Gott will den Frieden unter uns Menschen.
Für uns Christinnen und Christen bedeutet das auch eine Aufgabe. Frieden beginnt nicht nur in der großen Politik, sondern im Kleinen – in unseren Familien, in unserer Nachbar-schaft und in unserer Gemeinde. Dort, wo Menschen einander zuhören, vergeben und füreinander da sind, wächst Frieden.
Ostern lädt uns ein, neu Vertrauen zu fassen: Vertrauen in Gott und in die Botschaft Jesu. Auch wenn vieles in unserer Welt uns entmutigt – wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben. Denn die Auferstehung sagt uns: Das Leben siegt. Die Liebe siegt. Und Gottes Frieden ist stärker als alles, was uns trennt.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes und hoffnungsvolles Osterfest.
Ihr Michael Knipp, Pfarrer